Historische Sammlungen im Gesundheitspark Bad Gottleuba e.V.
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Objekt des Monats

April 2018

SIEMENS-Röntgenkugel

 

SIEMENS-Röntgenkugel

 

Röntgenkugel auf fahrbarem Dental-Spezialstativ, geeignet für alle Zahn- und Kieferaufnahmen sowie unter Zuhilfenahme eines gesonderten Aufnahmetubusses auch für alle chirurgischen Aufnahmen.

 

Der Zahnfilm wurde mit dem Daumen an der Innenseite der Zähne fixiert. Das Gerät wurde bis in die 1970er-Jahre verwendet.

 

Das Gerät wurde am 31.01.1938 bestellt, am 05.02.1938 per Frachtgut von Erlangen aus versendet und traf drei Tage später in Gottleuba ein. Die Kosten einschließlich Verpackungsanteil, Fracht- und Rollgeldspesen sowie Transportversicherungskosten beliefen sich auf 1.603,95 RM.

 

Hersteller: Siemens-Reiniger-Werke AG Erlangen

 

 

März 2018

Oszillograf nach GESENIUS & KELLER

 

Oszillograf

 

Der Oszillograf ist ein feinmechanisches Präzisionsinstrument zur Feststellung von Durchblutungs- und Kreislaufstörungen mittels doppelseitiger Pulsschreibung, zur gleichzeitigen objektiven Registrierung von Puls- und Atemfrequenz, zur Analyse der Atembewegungen und zur doppelseitigen Blutdruckmessung.

 

Zur kompletten Ausrüstung gehören:

  • Uhrwerk zum Abrollen des Papierstreifens
  • Schreibhebel mit Tintennäpfchen
  • Papierstreifen mit Millimeteraufdruck
  • Schalthebel des Umstellhahns zur Trennung in zwei Systeme
  • Tintenglas
  • Schlüsselablage
  • Manometer
  • Halterung zum Aufbewahren der Schreibhebel
  • Auslassschraube am Gummigebläse
  • Gebläseanschluss
  • Manschettenanschlüsse
  • Gebläseanschluss für doppelseitige Blutdruckmessung
  • Drucktaste
  • Zubehör: Oberschenkel-, Oberarmmanschetten mit Anschlussstücken, Handgelenkmanschetten, Gebläse, Verlängerungsschläuche

 

Datierung: 1960er-Jahre

 

 

Februar 2018

Diabetikerbesteck

 

Diabetikerbesteck

 

Das Diabetikerbesteck INJECTA wurde in enger Zusammenarbeit von Ärzten und Diabetikern, von medizinischen Institutionen und von Betrieben der DDR-Medizintechnik entwickelt. Es ist einfach zu handhaben: Alle dafür in Frage kommenden Körperpartien konnten einhändig injiziert werden.

 

Durch die Kombination Spritzpistole erreichte man eine schmerzarme Injektion. Zum kompletten Besteck gehörten:

  • die Aufnahmevorrichtung; Pistole
  • die Injektionsspritze
  • zwei verschließbare sterilisierte Metallhülsen zum Aufbewahren der Injektionsspritze und der Pinzette
  • zwei kleine Glasbehälter für die Aufbewahrung steriler und gebrauchter Kanülen
  • ein Glasbehälter für Desinfektionslösung
  • drei Pravazkanülen

 

Reparaturen der Aufnahmeeinrichtung leisteten Vertragswerkstätten z. B. in Berlin, Leipzig, Magdeburg und Zittau.

 

Datierung: 1986
Hersteller: VEB Kombinat Medizin- und Labortechnik Leipzig (MLW)

 

 

Januar 2018

Trockengasbad mit Infrarotheizung

 

Trockengasbad

 

Die Verwendung des Kohlensäuregases zu Behandlungszwecken ist keine Errungenschaft der modernen Medizin, sie liegt wahrscheinlich schon einige Jahrhunderte zurück. Die ältesten vorhandenen Aufzeichnungen beschreiben eine günstige therapeutische Wirkung des Kohlensäuregases bei Geschwülsten der Füße, bei Gichtschmerzen und Ähnlichem.

 

Auch mit der Wundbehandlung durch Kohlensäuregas erzielte man außerordentliche Erfolge. Spätere Untersuchungen haben gezeigt, dass im CO2 -Trockengasbad ebenso wie im Kohlensäurewasserbad eine Aufnahme der Kohlensäure in die Haut stattfindet und eine vermehrte Durchströmung und damit auch eine vermehrte Durchblutung der Hautkapillaren eintritt. Dadurch ergibt sich eine günstige Beeinflussung von Herz- und Kreislaufschäden.

 

Das Trockengasbad wurde um 1970 in der Klinik Bad Gottleuba angeschafft und bis Anfang der 1990er-Jahre zur Behandlung genutzt. Das Gasbad musste täglich bei Arbeitsbeginn angeheizt werden. Die Beine des Patienten wurden vorher mit warmem Wasser abgegossen, anschließend wurde er, in ein Badetuch gehüllt, im Trockengasbad bequem gelagert. Zunächst strömte fünf Minuten Wärme ein, anschließend eine Minute Kohlendioxid und danach nochmals zehn Minuten Wärme. Die Kastenöffnung wurde mit einem Laken abgedeckt, um das Einatmen von Kohlendioxid zu verhindern.

Nach den Behandlungen mussten die Räume stets gelüftet werden, damit das überschüssige Kohlendioxid entweichen konnte.

 

Hersteller: Produktionsgenossenschaft des Elektro-Handwerks »Elektro-Medizin« »Vakuum-Technik« Leipzig-Leutzsch

 

 

Dezember 2017

Dampfsterilisationsapparat

 

Sterilisator

 

Der abgebildete Dampfsterilisationsapparat wurde vermutlich Anfang des 20. Jahrhunderts hergestellt.

Er besteht aus einem ovalen Blechbehälter mit Deckel und genietetem Griff mit Klappverschluss. Im Behälter befinden sich ein herausnehmbarer Einsatz mit Tragegriffen, fünf Glasflaschen und einem Glas sowie ein quadratischer Metallbehälter zum Sterilisieren von Instrumenten.

Im 19. Jahrhundert wurden die Grundlagen der Antiseptik und Asepsis entdeckt.

Ignaz Philipp Semmelweis (* 1818; † 1865) forderte ein antiseptisches Verhalten zur Verhinderung des Kindbettfiebers durch gründliche Reinigung der Hände und der Instrumente sowie des Verbandmaterials mit Seifenwasser und Chlorkalklösung.

Die Dampfsterilisation ist heute das am häufigsten verwendete Sterilisationsverfahren im Gesundheitswesen.

 


November 2017

Bülausche Drainage

 

Bülausche Drainage

 

Die Bülausche Drainage oder auch geschlossene Drainage wurde vor 1945 angewendet, um Flüssigkeitsansammlungen aus der Pleurahöhle (= enger Spaltraum in der Brusthöhle zwischen Wandblatt und Lungenüberzug, dem Brustfell) zu entleeren und gleichzeitig die physikalischen Verhältnisse des Thorax zu wahren, d. h. die Gefahren des offenen Pneumothorax (Lungenkollaps) zu vermeiden.

Das Instrumentarium zur Bülauschen Drainage besteht aus einem Trokar mit Hülse, einem 50 cm langen Gummischlauch, der durch die Hülse des Trokars geführt werden kann und einem dicken Gummischlauch von 75 cm Länge, der an jedem Ende einen Glasansatz hat.

Die Thoraxdrainage wird unter lokaler Betäubung „geschlossen“ über einen kleinen Hautschnitt eingebracht.

Die Beschreibung der Thoraxdrainage war eine bahnbrechende Leistung.

Dieser Eingriff ist daher nach dem Internisten Gotthard Bülau (* 27. Februar 1835 in Hamburg;
† 20. Oktober 1900 ebenda) benannt.

 

Hersteller: Hauptsanitätspark Berlin

 

 

Oktober 2017

Narkosemaske nach SCHIMMELBUSCH

 

       SCHIMMELBUSCH-Maske   Anwendung

 

 

Nach Curt Theodor Schimmelbusch wurde die ab den 1890er-Jahren allgemein eingeführte Narkosemaske benannt. Es handelt sich dabei um eine Maske aus Drahtgeflecht, mit der hygienisch Äther vor dem Gesicht des Patienten verdampft werden konnte. Dadurch kam die Äthernarkose durch Inhalation zustande.

Die einfache Konstruktion mit Bügel, Rahmen und Griff aus dem für aseptische Verfahren geeigneten Chrom wurde mit einem beliebigen Überzug bespannt. Zum Gebrauch für Äther wurde zusätzlich noch ein undurchlässiger Stoff über das feine Drahtgeflecht gezogen.

Die SCHIMMELBUSCH-Masken waren als erste mit einer Rinne ausgestattet, um die überschüssigen Wirkstoffe aufzufangen. Das Gestell der Maske lässt sich sterilisieren und entspricht so den Anforderungen der Aseptik.

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SCHIMMELBUSCH, Curt Theodor

* 16. November 1860 in Groß-Nogath/Westpreußen,  2. August 1895 in Berlin

Chirurg. Studierte zunächst Naturwissenschaften in Freiburg und München, danach Medizin in Würzburg, Berlin und Halle.

 

 

September 2017

Kopfkühlschlange (vermutlich um 1920)

Exponat       Historisch

 

Aus der Hydrotherapie:

Kühlröhre aus Aluminium, gewölbt, als Kühlkappe für den Kopf. Gab es auch flach z. B. für die Herz- oder Magengegend.

Kalte Umschläge wirken zirkulationshemmend und schmerzstillend. Deshalb werden sie bei akuten entzündlichen Erkrankungen, bei denen die Schwellung, das Hitzegefühl und der Schmerz bekämpft werden soll, angewandt. Genauso sind sie bei Prellungen und sonstigen frischen Verletzungen beliebt.

Durch die Kopfkühlschlange war es möglich, die Kompressen auf dem Kopf länger kalt zu halten als durch häufiges Wechseln. Dazu wurde durch einen Schlauch eiskaltes Wasser zu- und nach Durchlaufen der Schlange wieder abgeführt. Durch die Aluminiumröhren konnte die Temperatur der Kompressen auf diesem niedrigen Niveau gehalten werden und die Kompressen büßten so weniger an Wirksamkeit ein.