Historische Sammlungen im Gesundheitspark Bad Gottleuba e.V.
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Objekt des Monats

November 2017

 

Bülausche Drainage

 

Bülausche Drainage

 

Die Bülausche Drainage oder auch geschlossene Drainage wurde vor 1945 angewendet, um Flüssigkeitsansammlungen aus der Pleurahöhle (= enger Spaltraum in der Brusthöhle zwischen Wandblatt und Lungenüberzug, dem Brustfell) zu entleeren und gleichzeitig die physikalischen Verhältnisse des Thorax zu wahren, d. h. die Gefahren des offenen Pneumothorax (Lungenkollaps) zu vermeiden.

Das Instrumentarium zur Bülauschen Drainage besteht aus einem Trokar mit Hülse, einem 50 cm langen Gummischlauch, der durch die Hülse des Trokars geführt werden kann und einem dicken Gummischlauch von 75 cm Länge, der an jedem Ende einen Glasansatz hat.

Die Thoraxdrainage wird unter lokaler Betäubung „geschlossen“ über einen kleinen Hautschnitt eingebracht.

Die Beschreibung der Thoraxdrainage war eine bahnbrechende Leistung.

Dieser Eingriff ist daher nach dem Internisten Gotthard Bülau (* 27. Februar 1835 in Hamburg;
† 20. Oktober 1900 ebenda) benannt.

 

Hersteller: Hauptsanitätspark Berlin

 

 

Oktober 2017

 

Narkosemaske nach SCHIMMELBUSCH

 

       SCHIMMELBUSCH-Maske   Anwendung

 

 

Nach Curt Theodor Schimmelbusch wurde die ab den 1890er-Jahren allgemein eingeführte Narkosemaske benannt. Es handelt sich dabei um eine Maske aus Drahtgeflecht, mit der hygienisch Äther vor dem Gesicht des Patienten verdampft werden konnte. Dadurch kam die Äthernarkose durch Inhalation zustande.

Die einfache Konstruktion mit Bügel, Rahmen und Griff aus dem für aseptische Verfahren geeigneten Chrom wurde mit einem beliebigen Überzug bespannt. Zum Gebrauch für Äther wurde zusätzlich noch ein undurchlässiger Stoff über das feine Drahtgeflecht gezogen.

Die SCHIMMELBUSCH-Masken waren als erste mit einer Rinne ausgestattet, um die überschüssigen Wirkstoffe aufzufangen. Das Gestell der Maske lässt sich sterilisieren und entspricht so den Anforderungen der Aseptik.

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SCHIMMELBUSCH, Curt Theodor

* 16. November 1860 in Groß-Nogath/Westpreußen,  2. August 1895 in Berlin

Chirurg. Studierte zunächst Naturwissenschaften in Freiburg und München, danach Medizin in Würzburg, Berlin und Halle.

 

 

September 2017

 

Kopfkühlschlange (vermutlich um 1920)

Exponat       Historisch

 

Aus der Hydrotherapie:

Kühlröhre aus Aluminium, gewölbt, als Kühlkappe für den Kopf. Gab es auch flach z. B. für die Herz- oder Magengegend.

Kalte Umschläge wirken zirkulationshemmend und schmerzstillend. Deshalb werden sie bei akuten entzündlichen Erkrankungen, bei denen die Schwellung, das Hitzegefühl und der Schmerz bekämpft werden soll, angewandt. Genauso sind sie bei Prellungen und sonstigen frischen Verletzungen beliebt.

Durch die Kopfkühlschlange war es möglich, die Kompressen auf dem Kopf länger kalt zu halten als durch häufiges Wechseln. Dazu wurde durch einen Schlauch eiskaltes Wasser zu- und nach Durchlaufen der Schlange wieder abgeführt. Durch die Aluminiumröhren konnte die Temperatur der Kompressen auf diesem niedrigen Niveau gehalten werden und die Kompressen büßten so weniger an Wirksamkeit ein.